Hannes Schneider

Deutschno english version available

Hannes Schneider und die Arlbergtechnik

Eine Methode des Skiunterrichts gab es vor dem Ersten Weltkrieg nicht – vielmehr bestand dieser aus Demonstration und Nachahmung. Wenngleich schon eine „stattliche Anzahl Teilnehmer" den Unterricht Schneiders in den ersten Jahren in St. Anton in Anspruch nahmen, so blieb ihm doch viel Zeit für die Weiterentwicklung seiner Technik.

Sein Ziel war es, sicheres Abfahren mit hoher Geschwindigkeit zu ermöglichen, denn in der Abfahrt verstand er den Reiz des alpinen Skifahrens, nicht im Tourengehen. Er versuchte, Schneepflug, Stemmschwung und den sogenannten Stemmchristiania zu forcieren und lehnte den Telemark ab.

Auch fuhr Schneider in zunehmend geduckter Fahrweise, die später als „Arlberghocke" Berühmtheit erlangen sollte. Rudolf Gomperz berichtete über die technische Weiterentwicklung Schneiders:

„Der bis dahin führende Telemark und die schmale, hohe Körperhaltung verlieren sich mehr und mehr, die breite, geduckte Haltung gewinnt die Oberhand, Hocke und Stemmchristiania kommen zu ihrem in innerer Logik begründeten Recht. Ganz getrennt und unabhängig voneinander haben Schneider und der Schweizer Capiti (…) diese Entwicklung gefunden, auch unabhängig vom Norweger Schappel-Jakobsen, der in jenem Winter (1910) in Kitzbühel Kurse abhielt und als erster Norweger in den Alpen von der alten Haltung abgegangen war und einen mehr geschwungenen Christiania als den unseres Hannes gezeigt hatte."

Sein Heimatort Stuben am Arlberg hatte sich in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zu einem beliebten Aufenthaltsorte für erste Wintergäste entwickelt. „Das idyllische Stuben übt auf Schifahrer starke Anziehungskraft aus" wird 1913 etwa berichtet.

Der hoffnungsvollen Entwicklung machte der Erste Weltkrieg ein Ende.
Erst in der Zwischenkriegszeit setzte wieder eine gewisse Modernisierung ein.